Karate Do
Was ist Karate?
Was soll die Frage? - Das weiß doch jeder! - Weiß es wirklich jeder? Auf der Suche nach einer allgemeingültigen Definition stoßen wir zunächst auf den rein körperlichen Aspekt:
"Beim Karate lernt man, genau gezielte Schläge, Tritte und Stöße auf empfindliche Körperstellen auszuteilen aber gleichzeitig auch, solche Angriffe abzuwehren."
Da diese Tätigkeiten ein hohes Maß an Körperbeherrschung verlangen und entwickeln, kann man von Karate auch als von einer Kampfkunst sprechen. Gichin Funakoshi, der Vater des modernen Karate, betonte, daß Karate, wie die anderen japanischen Kampfkünste ein Weg (jap.=DO) sei, seine Gesamtpersönlichkeit (Körper und Geist) laufend zu vervollkommnen im Sinne einer körperlichen und geistigen Meisterung des ICH.Von Karate-Do kann man also nur dann sprechen, wenn die innere Einstellung stimmt, wenn nicht der Sieg über andere (heute im sportlichen Wettkampf) das wichtigste und einzige Ziel ist, sondern der Sieg über sich selbst. Das Ziel ist nicht Äußerlich, ist nicht sichtbar, sondern liegt in Dir selbst. Erfolge auf diesem Weg (=DO) sind nicht meßbar, sind auch nicht kurzfristig erreichbar, sondern das Ergebnis jahrelanger Bemühungen. Auch der sportliche Wettkampf hat seine Berechtigung, er sollte jedoch nicht als einziges Ziel angesehen werden. Karate-Do ist eine Kampfkunst, die auch den sportlichen Wettkampf ermöglicht. Wichtig dabei ist nur, daß die innere Einstellung stimmt, daß der Wettkampferfolg nicht das Wichtigste wird. (Karate-Pionier A.Pflüger, Karate Journal 6/87) Es gibt viele Geschichten und Legenden zur Entstehung der Kampfkünste. Eine davon handelt und den indischen Mönch Ta Mo (Bodhidharma oder jap. Daruma) der im 6. Jahrhundert nach China reiste um dort den buddhistischen Glauben zu verbreiten. Er entwickelte ursprünglich eine Reihe von Übungen, um die Fitneß der Mönche zu erhalten. Hierbei entstand das sog. Tempelboxen (Shao-Lin), der Uran aller von China beeinflußten verwandten Kampfarten. Das Karate, welches wir betreiben, geht auf Gichin Funakoshi zurück, der es 1915 in Tokio erstmalig öffentlich vorführte. Es entstand auf der Insel Okinawa, als Selbstverteidigung und wurde lange Jahre nur im Verborgenen praktiziert. Heute ist es ein Weg körperlichen Fitneß sowie ein Mittel der Selbstverteidigung. Ebenso sind sportliche Wettkämpfe möglich. Beim traditionellen Karate wird auf Trefferwirkung verzichtet. Jedoch wird jeder Schlag oder Tritt mit voller Wucht und Schnelligkeit ausgeführt, aber kurz vor dem Ziel gestoppt, wenn der Partner nicht oder zu spät abwehrt.
"Oberstes Ziel ist weder Sieg noch Niederlage. Der wahre Karateka erstrebt die Vervollkommnung seines Charakters. " (Leitsatz im trad. Karate-Do)
